„Jeder Augenblick des Lebens kann die Anfangsszene eines Spielfilms werden. Man muss ihn nur wichtig genug nehmen.“

schraege_mutter_klDie Theatergruppe „Alter Ego“ sucht ihn Anlehnung daran eine Neuköllner Familie, die Ausgangs- oder sogar Mittelpunkt eines Theaterabends im Neuköllner Heimathafen werden kann:
„Mit dem Projekt EINE FAMILIE WIE WIR, das wir gemeinsam mit dem Heimathafen Neukölln realisieren werden, bringen wir die Erfahrungen, Erinnerungen und Erzählungen – die Biographie(n) – einer real existierenden Neuköllner Familie zur Aufführung.
Die im Laufe der Probenarbeit in einen Theaterabend verwandelte(n) Familiengeschichte(n) soll(en) schließlich von ausgesuchten Familienmitgliedern gemeinsam mit SchauspielerInnen er zählt, gespielt und geträumt werden.
So entfaltet sich vor unseren Augen ein vielgliedriger, weitverzweigter Stammbaum.
Eine lebendige Familienaufstellung, die von gestern, heute und morgen erzählt, wird erfahrbar.
Unser Blick richtet sich nicht nur nach innen auf die spezifische Familienerzählung mit ihren privaten Eigenheiten und Unverwechselbarkeiten, sondern reflektiert stets auch das Eingebettetsein der Familie in einen größeren gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang mit.
Unser Anspruch ist es, von einer konkreten Familie und gleichzeitig sehr konkret von unserer Gesellschaft zu erzählen. Inhaltlich unterscheiden wir drei große Bereiche, zwischen denen jedoch zwangsläufig immer wie der Berührungspunkte und Schnittmengen auftauchen: Innenwelt, Außenwelt, Traumwelt.“

Interesse? Nähere Infos gibt’s auf Anfrage bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0152 - 385 588 69.

logo_48std_kulturnetzwerkVom 15. bis 17. Juni finden die 48 STUNDEN NEUKÖLLN zum 14. Mal statt. Zeitgleich mit Berlins größtem Kunst- und Kulturfestival begehen wir das 275. Jubiläum der Zuwanderung böhmischer Glaubensflüchtlinge nach Rixdorf/Neukölln.

Unter dem Motto „Endstation Paradies“ sind Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich von der spannenden und kontrovers diskutierten Metamorphose Neuköllns inspirieren zu lassen. Wie verändert sich das Leben im multiethnischen Stadtteil? Ist Neukölln der sprichwörtliche „Garten Eden“ oder werden hier die „Früchte des Zorns“ kultiviert? Haben die hier lebenden Menschen, darunter viele neu Hinzugezogene, ihr individuell erträumtes Paradies gefunden? Warum wirkt gerade dieser Stadtteil für junge Kreative aus aller Welt derart anziehend?
Ab sofort können sich Kunst- und Kulturschaffende anmelden, um am Festival teilzunehmen. Daneben sind die BewohnerInnen Neuköllns aufgerufen, auch in diesem Jahr interessante Orte wie Privatwohnungen, Remisen, Gärten, Innenhöfe oder leerstehende Läden für künstlerische
Projekte zur Verfügung zu stellen und so aktiv an den 48 STUNDEN NEUKÖLLN teilzuhaben. Anmeldungen unter www.48-stunden-neukoelln.de. Die Veranstaltungsorte müssen in Nord-Neukölln liegen. Anmeldeschluss ist der 29. Februar 2012. Weitere Informationen unter 030 / 68 24 78 21.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Martin Steffens
Festivalleiter 48 STUNDEN NEUKÖLLN
Kulturnetzwerk Neukölln e.V.

Die 48 STUNDEN NEUKÖLLN werden vom Kulturnetzwerk Neukölln e.V. organisiert und kommuniziert. Das Bezirksamt Neukölln und die [Aktion! Karl-Marx-Straße] stellen die Grundfinanzierung sicher. Viele weitere Stiftungen, Partner und Sponsoren, vor allem aber die Künstlerschaft tragen dazu bei, dass sich Neukölln alljährlich von seiner besten Seite präsentiert.

Rückfragen zum Jahresthema „Endstation Paradies“ an:
Dr. Martin Steffens
Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
Karl-Marx-Straße 131
12043 Berlin
Tel. ++49 (0)30 / 68 24 78 17
Fax ++49 (0)30 / 68 24 78 11
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.kulturnetzwerk.de
www.48-stunden-neukoelln.de

Streitgespräch zur Zukunft der Sozialen Stadt

Ausgerechnet die FDP hatte gekniffen. Der Einladung zum Streitgespräch des Arbeitskreis Berliner Quartiersmanagement-Beauftragter (AKQ) am 23. August waren Berliner Abgeordnete der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, der Linken und der CDU in den gut gefüllten Schöneberger PallasT gefolgt. Einzig die FDP, die maßgeblich hinter den Kürzungen des Programms Soziale Stadt steckt, hatte niemanden geschickt. Als Experte kam Prof. Dr. Simon Güntner von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften aus Hamburg dazu.

„Bauen allein reicht nicht" sagt Ulli Lautenschläger vom AKQ in seiner Begrüßungsrede. Simon Güntner lobt zwar den "guten Wurf" des Programms und seine Wirkung, kritisiert jedoch seine aufwändige Umsetzung aufgrund vieler administrativer Hürden. Ebenso fragwürdig seien die prekären Arbeitsverhältnisse, die durch das Programm geschaffen werden, weil klare zeitliche Perspektiven fehlten.

"Das arme Berlin buttert Geld da rein, wo der Bund dafür zu sorgen hätte" schimpft Jutta Matuschek (haushaltspolitische Sprecherin DIE LINKE). Die Bundesmittel für das Programm Soziale Stadt sind bereits im vergangenen Jahr von 95 Mio. Euro auf 28,5 Mio. Euro zusammengestrichen worden. Die Kürzungen für das Jahr 2011 hatte der Berliner Senat ausgeglichen. Zwar hat die Bundesregierung weitere Kürzungen für 2012 geplant, doch Matthias Brauner, bauplitischer Sprecher der Berliner CDU hält dagegen. Er versichert, dass seine Berliner Parteikollegen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hinter den Kulissen bearbeiteten. Auch sie hielten die Kürzungen und die Einschränkung des Programms auf Baumaßnahmen für falsch. 2012/13 sei es zur Not möglich, die Lücke von Berlin zu schließen. Aber - und das wundert nicht, so kurz vor der Wahl: "Wir arbeiten daran, dass das Problem gar nicht erst entsteht."

Über die gute Arbeit des QMs sind sich die eingeladenen Gäste schnell einig, doch sie haben auch Verbesserungsvorschläge. Eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen Verwaltungsressorts, eine stärkere Vernetzung und den Abbau der Bürokratie wünschen sich alle. Antje Kapek (Fraktionssprecherin Bündnis 90/Die Grünen) vermisst Planungssicherheit, Kontrollierbarkeit und stärkere Zusammenarbeit mit den BVVs. Ellen Haußdörfer (stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD) fordert mehr Nachhaltigkeit der Projekte und der durch QM geschaffenen Strukturen.

Um Städte sozialer zu gestalten, brauche man eine gesamtstädtische Perspektive, erklärt Simon Güntner. "Wir brauchen eine Vision, wohin wir wollen." Der Name "Rettet die Soziale Stadt " klinge so, als wolle man einzig das Förderprogramm retten und nicht das soziale Leben in den Städten, hält er dem AKQ entgegen. Ulli Lautenschläger sieht das anders. "Was ich gerne retten möchte, sind die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger und der Akteure im Quartier. Sie sollen weiter eine Möglichkeit haben, zusammenzukommen, zu diskutieren und zu entscheiden. Das ist eine Qualität, die es in dieser Stadt sonst nicht gibt."

Am Schluss scheint die Operation geglückt: Der AKQ hat vier weitere Mitstreiter für die Rettung des Programms Soziale Stadt gefunden. Doch außer klaren zeitlichen Perspektiven braucht es weiterhin viele Bürger, die bei den Projekten mitmachen und sie mitgestalten. Vor allem braucht es auch Bürger, die nach den Wahlen einfordern, was die Politiker an diesem Abend versprochen haben.

Warnung: Keine Bilder im angegeben Ordner vorhanden. Bitte Pfad kontrollieren!

Debug: angegebener Pfad - http://qm-ganghofer.de/images/bildergalerien/akq_august11
Text: Claudia Mattern, Fotos: Susanne Wolkenhauer / 26.8.2011

"Soziale Stadt retten - aber wie?" war eine Veranstaltung des Arbeitskreises Berliner Quartiersmanagement Beauftragter (AKQ) in Kooperation mit der Stiftung Leben in Berlin.

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