Die >> komplette Studie zum Herunterladen.

Im Februar 2011 hat das Stadtforschungsinstitut TOPOS im Auftrag des Quartiersmanagements Ganghoferstraße eine schriftliche Befragung aller Bewohner des QM-Gebietes durchgeführt.
Neben der Erfassung soziodemographischer Daten und Fragen zum Mietniveau und zur Mietenentwicklung war von besonderem Interesse, was die Menschen an ihrer Nachbarschaft mögen, wo sie Verbesserungsbedarf sehen und bei welchen Themen sie zu eigenem Engagement bereit sind. Hier eine Auswahl:

Verschmutzung
Am häufigsten wurde die mangelnde Sauberkeit im öffentlichen Raum einschließlich der Verschmutzung durch Hundekot genannt. Dies ist ein „Klassiker“ in allen innerstädtischen Gebieten, der alle hier lebenden Menschen gleichermaßen betrifft.
Erfreulich ist, dass dabei auch am meisten Menschen bereit sind, an Lösungsansätzen mitzuwirken: 42 % der Befragten äußern Interesse, sich an entsprechenden Projekten zu beteiligen.

Nachbarschaft
Die Nachbarschaftsbeziehungen sind – auch im Vergleich zu anderen Berliner Altbaugebieten – eher schwach entwickelt. Dennoch gibt es kaum gravierende Nachbarschaftskonflikte. Häufig wird von einem distanzierten, aber akzeptierenden Klima im Haus berichtet. Zu diesem Befund trägt die überdurchschnittliche Fluktuation im Gebiet bei: etwa 50 % der Bewohnerschaft sind erst während der letzten 5 Jahre in ihre Wohnung gezogen.

Grünflächen und Spielplätze
63 % der Anwohner nutzen die öffentlichen Grünflächen, weitere 16 % die Spielplätze in der Umgebung. Die meistbesuchte Grünfläche – der Körnerpark – liegt allerdings außerhalb des QM-Gebiets. Angesichts der mangelhaften Ausstattung der Nachbarschaft mit öffentlichem Grün ist dies nicht verwunderlich, bedeutet aber auch, dass die wenigen vorhandenen Bereiche gepflegt und aufgewertet werden sollten.


Mietenentwicklung und Bewohnerfluktuation im QM-Gebiet Ganghoferstraße
  • Die Hälfte der Bewohner sind in den letzten 5 Jahren zugezogen, 40% sogar erst in den letzten 3 Jahren, jedoch wohnen etwa 30% länger als 10 Jahre im Gebiet
  • die Wohndauer liegt somit höher als in anderen innerstädtischen Gebieten
  • die Zugezogenen kommen hauptsächlich aus anderen Gebieten Neuköllns, Kreuzberg und Friedrichshain, lediglich 10% aus Westdeutschland, fast niemand aus Ostdeutschland
  • der Hauptgrund für den Umzug waren größere Wohnungen und der Wunsch, genau in diese Gegend zu ziehen
  • Der Anteil von Studentenbei den Zuzüglern betrug bis zum Jahr 2000 jährlich nur etwa 2%,  bis 2007 12%, seit 2008 sogar 30%
  • Das Haushaltseinkommen der Zuzügler ist insgesamt immer weiter gesunken (seit 1990 um ca. 10%)
  • die Mietbelastung ist von 25% auf etwas über 30% vom verfügbaren Einkommen angestiegen
  • die durchschnittliche Nettokaltmiete bei Neuvermietung ist seit 1990 von 4,75 Euro auf 5,56 Euro gestiegen
  • die höchsten Mieten zahlen Arme und Migranten
  • ca. die Hälfte der Bewohner würden einen Zuzug empfehlen, knapp 20% davon abraten
  • weniger als die Hälfte der Bewohner wollen ausziehen, das ist im Vergleich zu anderen  Untersuchungsgebieten ein guter Wert
  • der Zuzug neuer Bevölkerungsschichten wird insgesamt als positiv für das Gebiet gesehen,  ebenso das vermehrte Angebot an Kunst und Kultur, neue Cafés und Läden, sowie die bauliche Aufwertung
  • als negativ wurden steigende Mieten und Verdrängung genannt
  • insgesamt haben die Zuzüge seit 2008 noch keine grundsätzliche Veränderung der  Sozialstruktur bewirkt, aber möglicherweise wird es zukünftig mehr aufstiegsorientierte  Bewohner mit besserer Bildung geben.

________________________________________________________________

Ziele und Inhalte des Projekts:

Zur Verbesserung der Lebensverhältnisse wird eine aktivierende Befragung der BewohnerInnen durchgeführt. Es sollen die spezifischen Sichtweisen und Bedarfe ermittelt werden bezüglich Bedürfnisse, Interessen und Blickwinkel auf das Lebensumfeld im Gebiet.
Es sollen Potenziale an Engagement bei den BewohnerInnen bzw. Ressourcen von Institutionen und sonstigen Akteuren ermittelt werden, die noch nicht in das QM-Verfahren eingebunden sind.
Anschließend wird eine Stadtteilkonferenz durchgeführt, auf der die Befragungsergebnisse zusammen mit BewohnerInnen, dem Quartiersrat und weiteren Akteuren vorgestellt und ausgewertet werden. Durch die Stärkung einer „Kiezidentität“ soll auch das Gebiet enger zusammengeführt werden.
Um die Dynamik der Konferenz aufzunehmen und fortzuführen, sollen daraus kleine Projekte erwachsen und in der Folgezeit umgesetzt werden (wie z.B. Vernetzungsrunden, Informationsportale, Aktionen mit hohem ehrenamtlichen Anteil…).

23.500,00 Euro
Träger: TOPOS Stadtforschung

zurück
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok